Autor: duvia-admin

  • duvia UPDATE – Unser 3. Quartal 2026

    duvia UPDATE – Unser 3. Quartal 2026

    Zwischen all den Prozessen und Projekten, die wir mit duvia begleiten, den Workshops, die wir geben, und den Gesprächen und Begegnungen mit Menschen aus dem Bildungssystem passiert unglaublich viel. Und doch bleibt vieles davon unsichtbar.

    Nicht, weil es nicht wichtig wäre, sondern weil genau für das Innehalten und Erzählen oft die Zeit fehlt, da wir meistens schon im nächsten Workshop stehen oder im nächsten Prozess weiterdenken. Gleichzeitig passiert genau dort aber das Entscheidende, wenn in einem Workshop jemand sagt: „So habe ich das noch nie gesehen“, oder wenn ein gemeinsamer nächster Schritt entsteht.

    Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch, dass viel in Bewegung ist, sich Dinge verändern und trotzdem kaum etwas davon nach außen sichtbar wird. Wir merken an dieser Stelle: Wenn wir uns nicht bewusst Zeit dafür nehmen, bleibt genau das unsichtbar, was wir bewirken.

    Unser duvia UPDATE ist ein Versuch, das zu verändern und dich mitzunehmen in das, was uns bewegt, beschäftigt und antreibt, weil wir nicht wollen, dass unsere Arbeit unsichtbar bleibt.

    duvia in Zahlen

    Zahlen sagen nicht alles, aber sie geben einen Eindruck davon, wie viel in den letzten Wochen und Monaten in Bewegung war.

    Unsere Zahlen aus dem dritten Quartal 2026:

    Fachkräfte haben wir zum Start des neuen Schuljahres mit unseren Fortbildungen erreicht.

    Klassensprecher*innen der Albrecht-von-Graefe-Schule haben an den beiden von uns gestalteten GSV-Tagen teilgenommen.

    junge Menschen starten in die neue Runde unserer Qualifizierung zu „Teamer*innen der Demokratiebildung“.

    Minuten haben wir seit dem Schuljahresstart allein mit der Vorbereitung unserer Workshops verbracht.

    Was darüber hinaus noch in Bewegung war

    • 18 junge Menschen starten ihre Qualifizierung zu Teamer*innen der Demokratiebildung: Mit dem neuen Jahrgang unseres „DaS Projekts – Demokratiebildung an Schulen“ beginnen 18 junge Menschen ihre einjährige Qualifizierung. Gleichzeitig konnten wir im Juli 2026 den erfolgreichen Abschluss von 19 Teamer*innen des vorherigen Jahrgangs feiern. Beim Teamer*innen-Fest am 6. Juli erhielten sie ihre Zertifikate und feierten gemeinsam mit der neuen Generation. Besonders freut uns, dass unsere Absolvent*innen nicht nur weiterhin bei duvia aktiv sind, sondern auch in zahlreichen anderen Projekten und Organisationen Teilhabe fördern, das gesellschaftliche Miteinander stärken und unsere Demokratie mitgestalten.
    • #JedesKind wächst: Die Website ist online, die Geschäftsführung steht und aus dem Bündnis wird Schritt für Schritt eine feste Struktur. Wir freuen uns, als Teil von #JedesKind diesen Weg mitzugestalten und gemeinsam daran zu arbeiten, wirksames Mentoring in Berlin weiter zu stärken.
    • duvia wird Teil des BIB: Nach unserem Aufnahmeprozess sind wir nun Mitglied im Bundesverband Innovative Bildungsprogramme (BIB). Damit gehören wir zu einem bundesweiten Netzwerk von Bildungsorganisationen und gewinnen neue Möglichkeiten für Austausch, Kooperation und gemeinsame Interessenvertretung. Für uns ist das ein wichtiger Meilenstein in der Weiterentwicklung von duvia.
    • GSV-Tage an der Albrecht-von-Graefe-Schule: Bei unseren zweitägigen GSV-Tagen beschäftigten sich mehr als 30 Klassensprecher*innen mit den Aufgaben, Rechten und Möglichkeiten der Gesamtschüler*innenvertretung. Gemeinsam entwickelten sie konkrete Anliegen für ihre Schule und gingen der Frage nach, wie aus Ideen tatsächliche Veränderungen werden können. Im Mittelpunkt standen Mitbestimmung, gemeinsame Verantwortung und die aktive Gestaltung des Schulalltags.
    • Workshops und Studientage zu Antirassismus und Antidiskriminierung: Zum Schulstart im August 2026 haben wir eine große Fortbildung mit insgesamt über 70 Pädagog*innen und weiteren Schulakteur*innen durchgeführt. Gemeinsam beschäftigten wir uns mit der Frage, wie Diskriminierung im pädagogischen Alltag erkannt und ihr konkret entgegengewirkt werden kann. Im Mittelpunkt standen das Verständnis unterschiedlicher Diskriminierungsformen und ihrer Verschränkungen, die Reflexion der eigenen pädagogischen Praxis sowie die Entwicklung konkreter Handlungsmöglichkeiten. Dabei richteten wir den Blick nicht nur auf individuelles Verhalten, sondern auch auf diskriminierende Strukturen, Routinen und Ausschlüsse in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen.
    • Vortrag zu Armutssensibilität und psychischer Gesundheit: Für das Bezirksamt Neukölln haben wir den Vortrag „Zwischen Resilienz und Realität: Warum Armutssensibilität zentral für psychische Gesundheit in Schule ist“ gestaltet. Darin beschäftigten wir uns kritisch mit der Frage, was es bedeutet, die Resilienz von Schüler*innen zu stärken. Denn nicht jede Belastung sollte einfach besser ausgehalten werden müssen. Stattdessen richteten wir den Blick auch auf gesellschaftliche Ungleichheiten und Diskriminierung und darauf, wie Schulen junge Menschen unterstützen und ihre Handlungsfähigkeit stärken können.
    • Demokratie und Beteiligung auf der YouthCON 2026: Im September haben wir im Auftrag der Initiative #UseTheNews an zwei Tagen Workshops mit Jugendlichen auf der YouthCON durchgeführt. Gemeinsam beschäftigten wir uns mit Grundrechten, demokratischen Werten und der Frage, warum Demokratie weit mehr bedeutet, als wählen zu gehen. Anhand aktueller gesellschaftlicher Themen und Nachrichten diskutierten die Schüler*innen, wie politische Entscheidungen ihren Alltag beeinflussen und welche Möglichkeiten sie haben, sich selbst einzubringen und Veränderungen anzustoßen.

    Was all das verbindet: Unser Einsatz für eine Bildung, die Demokratie und Teilhabe stärkt, Diskriminierung entgegenwirkt und junge Menschen darin bestärkt, ihre Perspektiven einzubringen und Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Ob in Workshops, Fortbildungen oder durch die Qualifizierung neuer Teamer*innen: Wir möchten nicht nur Wissen vermitteln, sondern Menschen und Organisationen stärken, die demokratisches Miteinander gestalten und langfristig Veränderungen ermöglichen.

    duvia in Bildern

    Eine kleine Auswahl an Impressionen aus den Projekten und Veranstaltungen im 3. Quartal 2026.

    Bilder von © Isabella Nadobny und © duvia

    Was uns bewegt hat

    Amal im Gespräch

    © Isabella Nadobny

    Was braucht es, damit Schule ein Ort ist, an dem es Menschen gut geht?

    Bei unserer Veranstaltung „Back to School – and we want to be alright“ haben wir mit Amal als Schülerin, Denis als Lehrer und Katharina als Therapeutin genau darüber gesprochen.

    Uns war dabei besonders wichtig, nicht nur über junge Menschen zu sprechen, sondern ihre Perspektiven selbst zum Teil des Gesprächs zu machen. Denn wenn wir darüber nachdenken, wie Schule gestaltet werden sollte, müssen wir auch diejenigen hören, die einen großen Teil ihres Alltags dort verbringen.

    Für Amal stand dabei vor allem ein Gedanke im Mittelpunkt:

    „Mir war besonders wichtig, den Erwachsenen mitzugeben, dass Empathie das Wertvollste ist, was man Schülern oder Jugendlichen im Allgemeinen geben kann. Man weiß nie, in welcher Lebenssituation sich jemand gerade befindet. Es klingt vielleicht selbstverständlich, aber letztendlich sind wir alle Menschen. Dabei vergisst man manchmal, dass jeder Mensch seine eigenen Gedanken, Perspektiven und Erfahrungen mit in den Raum bringt. Umso schöner finde ich es, wenn Lehrkräfte diese Menschlichkeit und Rücksichtnahme zeigen. Ich glaube, genau das macht sie für viele Schüler auch zu ihren Lieblingslehrern.“

    Gleichzeitig hat der Abend auch ihre eigene Perspektive verändert:

    „Ich denke manchmal daran, dass Reina sagte, dass jeder seinen eigenen Rucksack mit sich trägt. Dieser Gedanke ist mir besonders im Kopf hängen geblieben. Da ich fast jeden Tag von Schülern in meinem Alter umgeben bin, versuche ich, mich selbst daran zu erinnern, vor allem dann, wenn ich das Gefühl habe, dass sich jemand merkwürdig verhält. Auch der Lehrer hat mir eine neue Perspektive eröffnet. Dadurch habe ich noch einmal bewusster wahrgenommen, dass auch Lehrkräfte mehr sind als nur ihre Rolle als Lehrer und dass hinter dieser Rolle noch viel mehr steckt, als ich zuvor bedacht hatte. Es war schön, mir das noch einmal bewusst zu machen.“

    Und woran würde Amal merken, dass es den Menschen an ihrer Schule wirklich gut geht?

    „Ich würde es daran merken, dass das soziale Miteinander an der Schule einen hohen Stellenwert hat und Werte wie Gemeinschaft, Respekt und Rücksichtnahme gelebt werden. Diese soziale Ebene ist unfassbar wichtig, um eine gute Lernatmosphäre zu schaffen. Schule sollte kein Hindernis oder eine Qual sein, sondern ein Ort, an dem man sich wohlfühlt, gerne lernt und sich auf bestimmte Fächer, Lehrkräfte und Aktivitäten freut. Auch Raum für offenen Austausch zwischen Schülern und Lehrkräften sowie untereinander über aktuelle und gesellschaftliche Themen gehört für mich auf jeden Fall dazu.“

    Amals Gedanken erinnern uns daran, dass Schule weit mehr ist als ein Ort, an dem Wissen vermittelt und Leistung bewertet wird. Es geht auch um Beziehungen, Zugehörigkeit und darum, als Mensch gesehen zu werden. Und genau diese Perspektiven möchten wir in unserer Arbeit immer wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

    Blick hinter die Kulissen

    Und dann ändern wir doch noch einmal alles.

    Dienstagabend. Der Workshop am nächsten Morgen ist eigentlich fertig vorbereitet. Eigentlich. Denn beim letzten Durchgehen merken wir: Diese eine Arbeitsphase passt doch nicht so richtig. Also Folie raus, Arbeitsauftrag überarbeiten, Ablauf verschieben. Und plötzlich sieht die Feinplanung wieder ganz anders aus.

    Willkommen hinter den Kulissen unserer Prozessbegleitung.

    Wir arbeiten nicht mit fertigen Konzepten, die wir einfach von einer Schule auf die nächste übertragen. Jede Schule bringt ihre eigenen Herausforderungen, Dynamiken und Voraussetzungen mit. Deshalb hören wir zunächst genau hin, entwickeln passende Formate und bleiben auch während eines laufenden Prozesses flexibel.

    Denn Gespräche verändern den Blick, neue Perspektiven kommen hinzu, und manchmal braucht eine Gruppe etwas ganz anderes, als wir ursprünglich geplant hatten. Das bedeutet auch, eigene Ideen immer wieder zu hinterfragen und sich von Ansätzen zu verabschieden, die auf dem Papier noch so überzeugend waren.

    Deshalb planen wir ziemlich genau und ändern unsere Pläne trotzdem immer wieder. Vielleicht ist genau das einer der unsichtbarsten Teile unserer Arbeit: nicht am eigenen Konzept festzuhalten, sondern immer wieder zu fragen, was der Prozess und die Menschen darin gerade brauchen.

    3 Fragen an Katharina Müller

    Bild von Kaharina Müller

    Katharina Müller
    Katharina Müller ist Familientherapeutin und Gründungsmitglied von duvia. In ihrer Arbeit erlebt sie, wie eng familiäre Lebensrealitäten und schulischer Alltag miteinander verbunden sind.

    Wir wollten von ihr wissen, was daraus für Schule folgt, wie Kinder und Jugendliche besser unterstützt werden können und warum es dafür mehr braucht als engagierte einzelne Lehrkräfte.

    © Isabella Nadobny

    1) Wie würdet ih1. Du arbeitest als Familientherapeutin mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. Welche Rolle spielt Schule in den Gesprächen, die du mit ihnen führst?r die zwei Jahre, die ihr mit eurer Klasse Demokratiebildung gemacht habt, in wenigen Sätzen beschreiben?

    Schule spielt immer eine wichtige Rolle, da Kinder und Jugendliche einen Großteil ihrer Zeit dort verbringen.

    In meiner Rolle als Familientherapeutin arbeite ich vor allem mit Familien, die in irgendeiner Form belastet sind und den Status quo verändern wollen, manchmal auch müssen. Die Kinder und Jugendlichen tragen diese Familienthemen und ihre eigenen Themen mit in die Schule.

    Für manche ist Schule ein Ort, an dem sie Distanz zu familiären Themen bekommen, und dadurch ein Raum „nur für sich“.

    Für andere sind die eigenen oder familiären Themen so belastend, dass sie sich gar nicht erst auf Schule einlassen können oder sogar Schuldistanz entwickeln. Das sind dann oft die Kinder, die als „auffällig“ wahrgenommen werden, vor allem an einem Ort wie Schule, der häufig darauf ausgerichtet ist, dass man mitmacht, funktioniert und Leistung abruft.

    Am Ende blicken wir auf zwei sehr wertvolle Jahre mit vielen schönen und auch bewegenden Momenten zurück. Wir haben das Gefühl, den Schüler*innen etwas Wichtiges mitgegeben zu haben. Gerade weil es keinen Notendruck gab und wir viel mit spielerischen Methoden gearbeitet haben, wurde der Unterricht von vielen Schülerinnen mit Freude angenommen.


    2. Was brauchen Kinder und Jugendliche aus deiner Sicht, damit Schule ein Ort sein kann, an dem sie sich wohlfühlen und gut lernen können?

    Ich denke, dass man sich immer wieder vor Augen führen sollte, dass Kinder in erster Linie als Menschen in die Schule kommen, nicht als Schüler*innen.

    Sie bringen Erfahrungen, Themen, Sorgen und Hintergründe mit, die beeinflussen, wie gut sie Leistung abrufen und am schulischen und sozialen Leben teilhaben können. Wenn Eltern sich gerade scheiden lassen, es einen Schicksalsschlag in der Familie gab oder zu Hause nicht klar ist, wie die nächste Rechnung bezahlt wird, kann sich das auf das Stresslevel von Kindern und somit auf ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit auswirken.

    Ein empathischer Blick auf Schüler*innen, der sie dort abholt, wo sie emotional gerade stehen, sorgt dafür, dass sich Kinder und Jugendliche gesehen fühlen.


    3. Wo stößt Schule dabei an ihre Grenzen, und was müsste außerhalb oder rund um Schule stärker zusammenspielen?

    Eine einzelne Lehrkraft kann natürlich Verhalten beobachten, ihre Schüler*innen ansprechen und den Kontakt suchen. Aber aus meiner Sicht braucht es ein multiprofessionelles Team, um Kinder und Jugendliche und ihre Familien in krisenhaften Zeiten gut zu begleiten.

    Als Träger der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten wir immer wieder mit Lehrkräften, der Schulsozialarbeit, gegebenenfalls dem therapeutischen Umfeld von Schüler*innen sowie natürlich den Familien zusammen.

    Eine multiprofessionelle Zusammenarbeit an Schulen mit einer gestärkten Schulsozialarbeit nimmt die Last von Einzelnen und verteilt sie auf mehrere Schultern.

    Oft wird der Unterricht ja schon so gestaltet, dass Kinder zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen und unterstützen. Das sollte im Kollegium auch Standard sein.

    Und natürlich spielen strukturelle Themen eine Rolle! Wenn Gelder an den falschen Stellen gekürzt werden, Personal fehlt und einzelne Lehrkräfte immer mehr leisten sollen, wird Teamarbeit zwar einerseits immer wichtiger, aber strukturell auch immer schwieriger.

    Was wir gerade spannend finden

    Titelbild von „Deutschland, ich küss’ dein Herz"

    © WDR/Philipp Pongratz/Nils Reuter/Hintergrund KI-generiert

    Zum Anschauen: „Deutschland, ich küss’ dein Herz“ – ARD-Mediathek

    Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten über Migration und Zugehörigkeit häufig zugespitzt geführt werden, mögen wir diesen Perspektivwechsel besonders: Die Serie zeigt ein Deutschland, das vielfältig und manchmal widersprüchlich ist. Erzählt durch die Menschen, die hier leben, ihre Geschichten und die Begegnungen miteinander. Und das mit ziemlich viel Humor.

    In seiner sechsteiligen Comedy-Reportage reist Tahsim Durgun gemeinsam mit seiner Tante Zeynep quer durchs Land. Sie lebt seit rund 40 Jahren in Deutschland und entdeckt auf dieser Reise viele Seiten des Landes zum ersten Mal.

    Zwischen Kleingarten, Fußballstadion, Bauernhof und Ballermann treffen die beiden auf ganz unterschiedliche Menschen und Lebensrealitäten.

    Es geht um Herkunft und Zugehörigkeit, um migrantische Familiengeschichten und immer wieder um die Frage, was uns eigentlich miteinander verbindet.

    Für uns absolut sehenswert!

    „Deutschland, ich küss’ dein Herz“ in der ARD-Mediathek ansehen

    Du willst uns unterstützen und Wirkung ermöglichen?

  • Online-Fortbildung: Impulse für mehr diskriminierungssensible Demokratiebildung im Schulalltag

    Online-Fortbildung: Impulse für mehr diskriminierungssensible Demokratiebildung im Schulalltag

    Kostenfreie Online-Fortbildung für Lehrkräfte und pädagogisches Personal an Berliner Schulen

    Wie lässt sich Demokratiebildung stärker in den Schulalltag integrieren? Und wie können Lehrkräfte und pädagogisches Personal demokratische Kompetenzen fördern und dabei unterschiedliche Lebensrealitäten, gesellschaftliche Ungleichheiten und Diskriminierungserfahrungen berücksichtigen?

    In unserer interaktiven Online-Fortbildung „Impulse für mehr diskriminierungssensible Demokratiebildung im Schulalltag“ beschäftigen wir uns mit diesen Fragen und stellen praxisnahe Ansätze, Methoden und Materialien vor, die sich unmittelbar im Schulalltag und im Fachunterricht einsetzen lassen.

    Themenschwerpunkte der Fortbildung

    Die zweistündige Fortbildung verbindet theoretische Grundlagen mit praxisorientierten Impulsen und gemeinsamen Reflexionsphasen.

    • Theoretischer Einstieg: Was kann Demokratiebildung alles sein? Warum sollte Demokratiebildung diskriminierungssensibel gestaltet werden und welche Rolle spielt dabei die eigene pädagogische Haltung?
    • Praxisbezogene Impulse: Wie können demokratische Werte, Beteiligung und diskriminierungssensible Perspektiven im Schulalltag und im eigenen Fachunterricht gestärkt werden?
    • Materialien und Methoden: Wir stellen ausgewählte Methodenschablonen und Unterrichtsmaterialien aus unserem gemeinsam mit Lehrer*innen entwickelten Impulsheft vor.

    Die fachlichen Inputs werden durch aktive Einheiten ergänzt, in denen die vorgestellten Ansätze gemeinsam diskutiert, reflektiert und für die eigene pädagogische Praxis weiterentwickelt werden können., die vorgestellten Ansätze zu diskutieren, eigene Erfahrungen einzubringen und Anregungen für ihre pädagogische Praxis mitzunehmen.

    Termine und Anmeldung

    Für die Teilnahme stehen drei Online-Termine zur Auswahl:

    • Dienstag, 03.11.2026, 16:00 bis 18:00 Uhr
    • Mitwoch, 11.11.2026, 17:00 bis 19:00 Uhr
    • Freitag, 13.11.2026, 10:00 bis 12:00 Uhr

    Die Teilnahme ist kostenlos. Sie erhalten im Anschluss eine Fortbildungsbescheinigung.

    Für Ihre Anmeldung nutzen Sie bitte das untenstehende Formular und wählen Ihren gewünschten Termin aus.

    Über die Fortbildung

    Die Fortbildung findet im Rahmen unseres „DaS Projekts – Demokratiebildung an Schulen“ statt. Mit dem Projekt setzen wir uns für mehr lebensweltorientierte, partizipative und diskriminierungssensible Demokratiebildung an Berliner Schulen ein.

    Das „DaS Projekt“ wird durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gefördert.

    Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den gemeinsamen Austausch!

    Reina-María Nerlich (sie/ihr) und Stipo Zeba (er/ihm)

    anmeldung.


  • duvia UPDATE – Unser 2. Quartal 2026

    duvia UPDATE – Unser 2. Quartal 2026

    Zwischen all den Prozessen und Projekten, die wir mit duvia begleiten, den Workshops, die wir geben, und den Gesprächen und Begegnungen mit Menschen aus dem Bildungssystem passiert unglaublich viel. Und doch bleibt vieles davon unsichtbar.

    Nicht, weil es nicht wichtig wäre, sondern weil genau für das Innehalten und Erzählen oft die Zeit fehlt, da wir meistens schon im nächsten Workshop stehen oder im nächsten Prozess weiterdenken. Gleichzeitig passiert genau dort aber das Entscheidende, wenn in einem Workshop jemand sagt: „So habe ich das noch nie gesehen“, oder wenn ein gemeinsamer nächster Schritt entsteht.

    Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch, dass viel in Bewegung ist, sich Dinge verändern und trotzdem kaum etwas davon nach außen sichtbar wird. Wir merken an dieser Stelle: Wenn wir uns nicht bewusst Zeit dafür nehmen, bleibt genau das unsichtbar, was wir bewirken.

    Unser duvia UPDATE ist ein Versuch, das zu verändern und dich mitzunehmen in das, was uns bewegt, beschäftigt und antreibt, weil wir nicht wollen, dass unsere Arbeit unsichtbar bleibt.

    duvia in Zahlen

    Zahlen sagen nicht alles, aber sie geben einen Eindruck davon, wie viel in den letzten Wochen und Monaten in Bewegung war.

    Unsere Zahlen aus dem zweiten Quartal 2026:

    Teamer*innen beenden zum Ende des Schuljahres ihre Qualifizierung zurm Teamer*in der Demokratiebildung

    Bewerbungen für die Teamer*innnen-Qualifizierung 2026/27

    demokratiebildende Workshops mit Schüler*innen an Berliner Schule alleine in den letzen 3 Schulwochen!

    erreichte Kinder und Jugendliche (davon über 180 wöchentlich)

    Was darüber hinaus noch in Bewegung war

    • Coaching mit ROOTS: Gemeinsam mit ROOTS haben wir ein sechsteiliges Coaching für 12 Trainer*innen umgesetzt, die künftig mit Jugendlichen arbeiten. Nach einem Kick-off im anígo SPACE wurde das Programm online fortgeführt und bot Raum für Austausch, Reflexion und persönliche Weiterentwicklung.
    • Demokratische Schulentwicklung an der TU Berlin: Im Rahmen einer X-Student-ResearchGroup zum Thema „Schule für alle? Demokratische Schulentwicklung in der Migrationsgesellschaft“ durften wir Studierende der TU Berlin begleiten. Neben einem Besuch im anígo SPACE erhielten sie Einblicke in unsere wöchentlichen demokratiebildenden Kurse an einer Berliner Kooperationsschule.
    • #JedesKind geht an den Start: Als Teil der Initiative #JedesKind freuen wir uns über den offiziellen Start des Bündnisses. Mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung setzen wir uns gemeinsam mit Mentoring-Organisationen, Unternehmen und weiteren Partnern dafür ein, wirksames Mentoring in Berlin nachhaltig zu stärken und mehr Kindern verlässliche Bezugspersonen zu ermöglichen. Wir freuen uns sehr, Teil dieser gemeinsamen Bewegung für mehr Chancengerechtigkeit zu sein.
    • Erfolgreiche Schulentwicklung geht in die nächste Runde: Mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung begleiten wir den Transfer der Verantwortungsgemeinschaft (SER) von Friedrichshain-Kreuzberg nach Neukölln. Ziel ist es, bewährte Ansätze weiterzuentwickeln und ein Bildungssystem zu stärken, in dem Schulen, Verwaltung und schulische Unterstützungssysteme voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung für die Weiterentwicklung von Bildung übernehmen.
    • Strategietagung zu KI & Schule: Gemeinsam mit der Verantwortungsgemeinschaft (SER) haben wir eine bezirksweite Strategietagung zu KI und Schule begleitet. Ein besonderes Anliegen war es, die Perspektiven von Schüler*innen einzubeziehen – durch einen Podcast und einen Talk auf der Tagung. Denn gute Schulentwicklung beginnt damit, die Stimmen der jungen Menschen ernst zu nehmen.
    • Pädagogisches Begleitprojekt “Klassenklima stärken”:  Mit duvia setzen wir regelmäßig bedarfsorientierte Projekte an Schulen um. Ein Beispiel dafür ist das Begleitprojekt, das von Mai bis Juli 2026 an der Hedwig-Dohm-Oberschule durchgeführt wurde. Nach einem ganztägigen Auftaktworkshop folgten wöchentliche Unterrichtsbesuche, Einzelgespräche sowie bedarfsorientierte Austauschtermine mit den Klassenleitungen.

    Was all das verbindet: Der Versuch, Schule näher an die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen zu bringen und Räume zu schaffen, in denen sie sich gesehen fühlen und herausfinden können, was in ihnen steckt.

    duvia in Bildern

    Eine kleine Auswahl an Impressionen aus den Projekten und Veranstaltungen im 2. Quartal 2026.

    Was uns bewegt hat

    © Privat

    Zum ersten Mal waren wir in diesem Jahr beim Deutschen Stiftungstag – und wir haben uns vorher ehrlich gefragt: Lohnt sich das für eine kleine NGO überhaupt?

    Unsere Antwort nach zwei Tagen lautet: Ja.

    Unter dem diesjährigen Motto „Aus Freiheit handeln“ haben wir erlebt, wie wertvoll Begegnungsräume sein können. Nicht nur wegen der spannenden Panels, sondern vor allem wegen der Gespräche dazwischen. Sie haben uns die Möglichkeit gegeben, unsere Perspektive auf Demokratie und Freiheit einzubringen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsame Gestaltungsräume zu entdecken.

    Unsere wichtigste Erkenntnis: Gesellschaftlicher Wandel entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Dafür braucht es Räume und Menschen, die bereit sind, sie zu öffnen.

    Blick hinter die Kulissen

    „Mein Wochenende war mega. Ich lag im Gras, habe in den Himmel geschaut und Red Bull getrunken.“

    Mit diesem Satz begann ein Schüler den Check-in in einem unserer demokratiebildenden Kurse. Solche Momente zeigen uns immer wieder, warum wir dem Ankommen und Zuhören bewusst Zeit geben.

    Auf den ersten Blick hat diese Aussage wenig mit Demokratiebildung zu tun. Für uns steckt jedoch viel darin: Freiheit, Selbstbestimmung, das Bedürfnis nach Rückzugsorten – und die Frage, was junge Menschen gerade bewegt.

    Genau dort knüpfen wir an. Denn oft entstehen die wichtigsten Gespräche nicht aus vorbereiteten Materialien, sondern aus den kleinen Geschichten, die Kinder und Jugendliche aus ihrem Alltag mitbringen.

    3 Fragen an Jascha und Fabie

    Bild von Jasch (links) und Fabie (rechts):

    Jascha und Fabie
    Jasch (links) und Fabie (rechts) haben 2025 ihre Qualifizierung zur*m Teamer*in der Demokratiebildung abgeschlossen und eine 7. Klasse an unserer Qualifizierungsschule wöchentlich begleitet. Und in diesem Schuljahr haben sie die Klasse im “duvia-Kurs” weiter betreut, sodass sie insgesamt 2 Jahre wöchentliche Demokratiebildungsangebote mit einer Schulklasse umsetzen konnten.

    © privat

    1) Wie würdet ihr die zwei Jahre, die ihr mit eurer Klasse Demokratiebildung gemacht habt, in wenigen Sätzen beschreiben?

    Es waren zwei sehr intensive, aber vor allem bereichernde Jahre. Vom ersten Kennenlernen mit spielerischen Aktivitäten wie „Zwei Lügen, eine Wahrheit“ bis hin zu gemeinsamen Diskussionen über gesellschaftlich relevante Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Rechtsstaatlichkeit oder Medienfreiheit haben wir gemeinsam eine große Entwicklung erlebt.

    Dabei ging es uns nie nur um Wissensvermittlung. Mit vielen interaktiven Methoden und Spielen wollten wir die Schülerinnen dazu ermutigen, zusammenzuarbeiten, kritisch nachzudenken, einander zuzuhören, zu debattieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Besonders wertvoll war dabei die große Flexibilität, die wir in der Gestaltung des Unterrichts hatten. Statt klassischen Frontalunterricht zu machen, konnten wir die Schülerinnen aktiv einbeziehen – zum Beispiel bei der Auswahl von Themen oder der Gestaltung einzelner Einheiten.

    Am Ende blicken wir auf zwei sehr wertvolle Jahre mit vielen schönen und auch bewegenden Momenten zurück. Wir haben das Gefühl, den Schüler*innen etwas Wichtiges mitgegeben zu haben. Gerade weil es keinen Notendruck gab und wir viel mit spielerischen Methoden gearbeitet haben, wurde der Unterricht von vielen Schülerinnen mit Freude angenommen.


    2) Welche Veränderungen habt ihr über die zwei Jahre bei den Schüler*innen wahrnehmen können?

    Die Schüler*innen sind selbstbewusster geworden und haben gelernt, ihre Meinungen klarer zu vertreten und kritisch zu hinterfragen – was natürlich auch ein Stück weit zur Entwicklung im Teenageralter dazugehört.

    Außerdem hat sich über die Zeit ein großes gegenseitiges Vertrauen aufgebaut. Dadurch wurden die Gespräche offener und ehrlicher, und die Schüler*innen haben sich zunehmend getraut, ihre eigenen Perspektiven einzubringen und auch uns kritisch zu hinterfragen.


    3) Was habt ihr von den Schüler*innen und aus eurer Zeit in der Praxis bei duvia gelernt?

    Unsere Zeit an der Schule hat uns gezeigt, wie wichtig Mitgestaltung und eine positive Lernatmosphäre sind. Das Feedback der Schüler*innen war sehr eindeutig: Für viele war dies der einzige Unterricht, in dem sie keinen Leistungsdruck verspürt haben und auf den sie sich sogar gefreut haben.

    Wir haben gelernt, wie wertvoll es ist, Schüler*innen aktiv in den Unterricht einzubeziehen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, ohne dabei die eigene Rolle als Lehrkraft aus den Augen zu verlieren. Genau diese Balance zwischen flacher Hierarchie und notwendiger Autorität zu finden, war nicht immer einfach, aber eine der wichtigsten Erfahrungen für uns.

    Insgesamt hat uns die Praxis gezeigt, dass viele Schüler*innen sich mehr Beteiligung, Vertrauen und Raum für eigene Gedanken wünschen . Und wie viel Motivation entstehen kann, wenn Unterricht genau das ermöglicht.

    Was wir gerade spannend finden

    Leseempfehlung: „Das können wir uns nicht leisten“ von Miriam Davoudvandi

    Was bedeutet es, in Deutschland arm aufzuwachsen? In ihrem neuen Buch verbindet Miriam Davoudvandi persönliche Erfahrungen mit einer eindrucksvollen gesellschaftlichen Analyse. Sie schreibt über Scham, fehlende Teilhabe und die oft unsichtbaren Folgen von Armut – und zeigt, wie sehr Herkunft und Lebensrealität Bildungs- und Zukunftschancen prägen.

    Für uns ist das Buch eine wichtige Erinnerung daran, dass Bildungsgerechtigkeit nicht erst in der Schule beginnt. Wer Bildung gerechter gestalten will, muss verstehen, unter welchen Bedingungen Kinder und Jugendliche aufwachsen. Eine klare Leseempfehlung für alle, die sich mit Chancengerechtigkeit, Demokratie und gesellschaftlicher Teilhabe beschäftigen.

    Bild vom Buch „Das können wir uns nicht leisten“ von Miriam Davoudvandi

    Du willst uns unterstützen und Wirkung ermöglichen?

  • Über 170 Bewerbungen als „Teamer*innen der Demokratiebildung“

    Über 170 Bewerbungen als „Teamer*innen der Demokratiebildung“

    Das Interesse an unserer Demokratiebildungsarbeit wächst weiter! Für unsere Ausschreibung 2026 haben wir mehr als 170 Bewerbungen von Menschen erhalten, die als Teamer*innen auf Honorarbasis die Angebote unseres „DaS Projekts – Demokratiebildung an Schulen“ in Berlin mitgestalten möchten.

    Nach 110 Bewerbungen im Jahr 2024 und 142 im Jahr 2025 freuen wir uns über eine erneut gestiegene Nachfrage!

    Mehr als 170 Menschen, die sich gemeinsam mit uns für Demokratiebildung, Antidiskriminierung, Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe einsetzen möchten. Menschen, die Kinder und Jugendliche darin bestärken wollen, ihre eigenen Perspektiven einzubringen, Diskriminierung zu erkennen und demokratisches Zusammenleben aktiv mitzugestalten.

    Vielen Dank an alle Bewerber*innen für das große Interesse, eure Motivation und die Bereitschaft, euch gemeinsam mit uns zu engagieren!

    Folge uns außerdem gerne auf Instagram (@duvia.ev), um über unsere Arbeit und kommende Ausschreibungen informiert zu bleiben.

    Demokratiebildung, die an der Lebenswelt ansetzt

    Mit unserem „DaS Projekt – Demokratiebildung an Schulen“ setzen wir uns für eine lebensweltorientierte, diskriminierungssensible und partizipative Demokratiebildung an Berliner Schulen ein.

    In unseren Workshops beschäftigen sich Schüler*innen mit Themen wie Demokratie und Grundrechten, gesellschaftlicher Vielfalt, Antidiskriminierung, Mitbestimmung und sozialem Zusammenleben.

    Dabei geht es uns nicht nur darum, Wissen zu vermitteln. Wir möchten junge Menschen darin stärken, eigene Haltungen zu entwickeln, unterschiedliche Perspektiven zu reflektieren und selbstbestimmt zu handeln.

    Demokratiebildung bedeutet für uns, Räume zu schaffen, in denen Kinder und Jugendliche gehört werden, mitbestimmen und Selbstwirksamkeit erfahren können.

    Hinweis: Die Bewerbungsphase für unsere Teamer*innen der Demokratiebildung im Rahmen des „DaS Projekts“ ist bereits abgeschlossen. Da wir jährlich neue Teamer*innen suchen, kannst du dich über das untenstehende Formular für die nächste Ausschreibung vormerken lassen. Wir informieren dich, sobald die Bewerbungsphase startet.

    voranmeldung.


  • duvia UPDATE – Unser 1. Quartal 2026

    duvia UPDATE – Unser 1. Quartal 2026

    Zwischen all den Prozessen und Projekten, die wir mit duvia begleiten, den Workshops, die wir geben, und den Gesprächen und Begegnungen mit Menschen aus dem Bildungssystem passiert unglaublich viel. Und doch bleibt vieles davon unsichtbar.

    Nicht, weil es nicht wichtig wäre, sondern weil genau für das Innehalten und Erzählen oft die Zeit fehlt, da wir meistens schon im nächsten Workshop stehen oder im nächsten Prozess weiterdenken. Gleichzeitig passiert genau dort aber das Entscheidende, wenn in einem Workshop jemand sagt: „So habe ich das noch nie gesehen“, oder wenn ein gemeinsamer nächster Schritt entsteht.

    Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch, dass viel in Bewegung ist, sich Dinge verändern und trotzdem kaum etwas davon nach außen sichtbar wird. Wir merken an dieser Stelle: Wenn wir uns nicht bewusst Zeit dafür nehmen, bleibt genau das unsichtbar, was wir bewirken.

    Unser duvia UPDATE ist ein Versuch, das zu verändern und dich mitzunehmen in das, was uns bewegt, beschäftigt und antreibt, weil wir nicht wollen, dass unsere Arbeit unsichtbar bleibt.

    duvia in Zahlen

    Zahlen sagen nicht alles, aber sie geben einen Eindruck davon, wie viel in den letzten Wochen und Monaten in Bewegung war.

    Unsere Zahlen aus dem ersten Quartal 2026:

    Teamer*innen im Einsatz

    begleitete Kinder und Jugendliche (davon über 180 wöchentlich)

    beteiligte Schulen in ganz Berlin

    Veranstaltungen (Workshops, Fortbildungen, Studientage … )


    Beteiligte Schulen: Unter anderem Kepler-Schule, Johanna-Eck-Schule, Wilhelm-von-Humboldt-Schule, Albrecht-von-Graefe-Schule, Robert-Koch-Gymnasium und Hemingway-Schule.

    Zusammenarbeit und Kooperationen: Unter anderem mit der Schulaufsicht Friedrichshain-Kreuzberg, der #JedesKind-Initiative, BLiQ und related e. V.

    duvia in Bildern

    Eine kleine Auswahl an Impressionen aus den Projekten und Veranstaltungen im 1. Quartal 2026.

    Was uns bewegt hat

    Ich bin Gitanjali Schmelcher, Gründungsmitglied von duvia, und arbeite in der Kulturellen Bildung, zurzeit am FELD Theater für junges Publikum.

    Das FELD Theater für junges Publikum in Berlin-Schöneberg ist ein Theater der freien Szene mit einem vielfältigen Programm von Musik-, Objekt- und Figurentheater über zeitgenössischen Tanz bis hin zu Performancekunst. Es richtet sich mit experimentellen und partizipativen Formaten an Publikum jeden Alters und legt einen besonderen Fokus auf inklusive Produktionen für hörendes und Taubes* Publikum, etwa durch Deutsche Gebärdensprache und visuelle Erzählformen.

    Mich bewegt, wie anders ich Kommunikation gerade denken muss – wie viel genauer ich hinsehen und anders zuhören darf. Am FELD Theater geht Verständigung weit über die deutsche Lautsprache hinaus. Das erfordert neue Aufmerksamkeit. Um mich mit meinen Kolleg*innen wirklich austauschen zu können, lerne ich die Deutsche Gebärdensprache. Gemeinsam reflektieren wir Räume neu aus der Sicht von hörenden und Tauben* Menschen, und ich finde, jede*r sollte die Chance bekommen, diese wertvolle Erfahrung zu machen.

    Blick hinter die Kulissen

    In einem Workshop, in dem es um die Überarbeitung des Ganztagskonzepts einer Berliner Schule ging, saßen Lehrkräfte zusammen und reflektierten:

    „Wir wollen Schüler*innen die ganze Vielfalt des Lebens ermöglichen.“ und „Wir wollen ihre Lebensrealität im Ganztag wirklich mitdenken.“

    Immer wieder rückte ein Gedanke in den Vordergrund: Schule muss mehr sein als Unterricht. Ein Ort, an dem sich Schüler*innen gesehen fühlen und an dem sie entdecken können, was in ihnen steckt. Dieser Moment steht für vieles, was uns in den letzten Monaten begegnet ist.

    Während wir mit Schulen z. B. daran arbeiten, ihr Ganztagskonzept neu zu denken, lief parallel die Qualifizierung unserer Teamer*innen im Projekt „Demokratiebildung an Schulen“. In dieser geht es nicht nur um Methoden, sondern auch um Haltung und die Frage, wie Räume entstehen, in denen Beteiligung wirklich möglich ist.

    3 Fragen an Engin Çatık

    Bild von Engin Çatık

    Engin Çatık
    Schulleiter der Friedrich-Bergius-Schule

    © Privat

    1. Gab es in letzter Zeit einen Moment in deinem Schulalltag, der dich besonders berührt oder nachdenklich gemacht hat?

    Eine mündliche Präsentationsprüfung, in der Jugendliche mehr Differenzierungsvermögen gezeigt haben als viele Erwachsene außerhalb der Schule. Es ging um die Auswertung der Kriminalitätsstatistik. Die Jugendlichen haben erkannt, dass die Nationalität oder kulturelle Herkunft keine Antwort auf die Frage liefert, warum jemand kriminell ist. Sie haben erkannt, dass man sich andere Merkmale wie Geschlecht, Alter, Armutsbelastung, Aufenthaltsstatus, Wohnsituation und Traumaerfahrungen anschauen muss, um die Zahlen der Statistik zu verstehen. Wir können viel von den Jugendlichen lernen, oder?


    2. Was braucht es aus deiner Sicht konkret, damit Veränderungen an Schulen wirklich gelingen?

    Es braucht Menschen im System mit einem Growth Mindset, d. h. Pädagoginnen und Pädagogen, die aus Fehlern lernen, Rückmeldungen als Chance betrachten, Veränderungen offen gegenüberstehen und Herausforderungen lösungsorientiert begegnen. Diese Merkmale, verbunden mit einem positiven Menschenbild, stecken auch andere Personen in der Schule an, sodass daraus ein lernendes System werden kann.


    3. Wenn du auf die nächsten Jahre schaust: Was wünschst du dir für Schule und das Bildungssystem?

    Wir sollten mehr Wert darauf legen, Kinder und Jugendliche zu zufriedenen Menschen zu machen, indem wir alle Teilaspekte ihrer Identität wertschätzen und zum Wachsen nutzen. Vielfalt ist Chance und Herausforderung zugleich. Der Umgang damit ist entscheidend. Schubladen im Kopf Einzelner werden zu gesellschaftlichen Mauern, die uns langfristig allen schaden werden.

    Was wir gerade spannend finden

    Titelbild der Broschüre Mythos Neutralität – Demokratie stärken und Haltung zeigen im Schulalltag

    Die Broschüre „Mythos Neutralität“ zeigt eindrücklich, warum die Idee politischer Neutralität in Schule oft zu kurz greift und weshalb Haltung im pädagogischen Alltag unverzichtbar ist.

    Wir greifen sie immer wieder in Gesprächen mit Pädagog*innen auf, weil sie klarmacht:

    Gerade dort, wo es um Demokratie, Diskriminierung und Ungleichheit geht, braucht es nicht Zurückhaltung, sondern Orientierung und Einordnung. Besonders relevant ist sie für Lehrkräfte, Schulleitungen und alle, die Schule aktiv mitgestalten.

    Demokratiebildung bedeutet nicht, neutral zu bleiben, sondern Verantwortung zu übernehmen.

    Was darüber hinaus noch in Bewegung war

    • Moderation für den Westermann Verlag auf der didacta mit zwei Sessions zum Thema Demokratiebildung im Schulalltag
    • Neue Förderung durch die Schöpflin Stiftung, die es uns ermöglicht hat, unsere Arbeit gezielt weiterzuentwickeln, unter anderem durch einen Teamabend mit related e. V. zum Thema Beziehungsarbeit mit Schüler*innen
    • Weiterentwicklung unserer Workshops zu Antidiskriminierung für die Klassen 1–4

    Was all das verbindet: Der Versuch, Schule näher an die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen zu bringen und Räume zu schaffen, in denen sie sich gesehen fühlen und herausfinden können, was in ihnen steckt.

  • Raum und Beratung für Community-Projekte

    Raum und Beratung für Community-Projekte

    In den vergangenen Monaten sind viele Menschen mit Ideen, Projekten und Fragen auf uns zugekommen: Wie können eigene Vorhaben wachsen und Communities stärken? Wo gibt es einen Raum, um gemeinsam nachzudenken, Neues auszuprobieren und Ideen weiterzuentwickeln, ohne sofort Ergebnisse liefern zu müssen?

    Als Team von duvia e. V. gestalten wir seit Jahren Bildungs- und Communityprozesse an der Schnittstelle von Empowerment, Antidiskriminierung und Demokratiebildung. Durch unsere Zusammenarbeit mit Gruppen, Initiativen und Organisationen wissen wir, wie wichtig Räume sind, in denen Ideen gemeinsam entwickelt, hinterfragt und weitergedacht werden können.

    Dank einer Förderung der Schöpflin Stiftung können wir euch deshalb einladen, euer Vorhaben einen Tag lang im anígo SPACE in Berlin-Kreuzberg weiterzuentwickeln oder umzusetzen. Dabei stellen wir euch nicht nur unsere Räumlichkeiten zur Verfügung, sondern unterstützen euch auch mit unserer Erfahrung und unserem Netzwerk.

    Was wir euch anbieten

    • Ganztägige Nutzung des anígo SPACE: Ein Raum für konzentriertes Arbeiten, gemeinsamen Austausch, kreative Prozesse oder die Durchführung eurer eigenen Veranstaltung.
    • Snacks und Getränke: Wir sorgen für die Verpflegung eurer Teilnehmenden, damit ihr euch ganz auf eure Inhalte konzentrieren könnt.
    • Individuelle Unterstützung durch duvia e. V.: In einem gemeinsamen Vorgespräch klären wir, wo ihr mit eurem Vorhaben steht und welche Unterstützung für euch sinnvoll ist.

    Unsere Begleitung kann beispielsweise Folgendes umfassen:

    • Feedback zu euren Konzepten und Methoden
    • Fachliche Perspektiven aus unserer Bildungsarbeit und Organisationsentwicklung
    • Zugang zu unserem Netzwerk und möglichen Kooperationspartner*innen

    Dabei verstehen wir unser Angebot nicht als klassische Beratung, sondern als bedarfsorientierte Begleitung, die sich an euren Fragen, Ideen und Zielen orientiert.

    Wer kann sich bewerben?

    Das Angebot richtet sich an Einzelpersonen, Initiativen und Teams, die an einem Vorhaben arbeiten, von dem Communities mit Marginalisierungserfahrungen profitieren können.

    Dazu zählen beispielsweise rassismuserfahrene Communities, queere Menschen, Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung, Arbeiter*innenkinder sowie weitere Gruppen, die strukturelle Benachteiligung oder gesellschaftliche Ausschlüsse erfahren.

    Ob ihr noch am Anfang einer Idee steht oder bereits an einem konkreten Projekt arbeitet: Entscheidend ist, dass euer Vorhaben dazu beitragen möchte, Communities zu stärken und neue Perspektiven zu eröffnen.

    Warum wir dieses Angebot schaffen

    In unserer Arbeit erleben wir immer wieder, dass gute Ideen nicht an fehlender Motivation scheitern, sondern an mangelnden Ressourcen, geeigneten Räumen oder Möglichkeiten zum Austausch.

    Mit diesem Angebot möchten wir genau hier ansetzen: niedrigschwellig, solidarisch und auf Augenhöhe.

    Wir wollen Menschen und Initiativen darin unterstützen, eigene Ideen voranzubringen, sich zu vernetzen und ihre Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

    So könnt ihr euch bewerben

    Für eure Bewerbung interessieren uns insbesondere drei Fragen:

    1. Community stärken: Wie trägt euer Vorhaben konkret dazu bei, eine Community zu stärken?
    2. Nutzung des Raums: Wie möchtet ihr den Tag im anígo SPACE gestalten und welcher Zeitraum kommt für euch infrage?
    3. Unterstützungsbedarf: Bei welchen Fragen oder Herausforderungen wünscht ihr euch Beratung oder fachlichen Austausch?

    Bewerbungsfrist: 16. März 2026

    So könnt ihr euch bewerben

    Für eure Bewerbung interessieren uns insbesondere drei Fragen:

    1. Community stärken: Wie trägt euer Vorhaben konkret dazu bei, eine Community zu stärken?
    2. Nutzung des Raums: Wie möchtet ihr den Tag im anígo SPACE gestalten und welcher Zeitraum kommt für euch infrage?
    3. Unterstützungsbedarf: Bei welchen Fragen oder Herausforderungen wünscht ihr euch Beratung oder fachlichen Austausch?

    Bewerbungsfrist: 16. März 2026

    Wir können dieses Angebot für bis zu fünf Vorhaben ermöglichen.

    Die Auswahl erfolgt durch den Vorstand von duvia e. V. auf Grundlage der eingereichten Bewerbungen.

    Ihr habt noch Fragen? Dann schreibt uns gerne an info@duvia.de.

    Wir freuen uns auf eure Ideen und Bewerbungen!

    Hinweis: Die Bewerbungsphase für das Angebot „Raum und Beratung für Community-Projekte“ ist bereits abgeschlossen. Eine Bewerbung ist daher leider nicht mehr möglich. Der Beitrag bleibt zu Informationszwecken weiterhin verfügbar.

  • 142 Bewerbungen als „Teamer*innen der Demokratiebildung“

    142 Bewerbungen als „Teamer*innen der Demokratiebildung“

    Wir freuen uns über 142 Bewerbungen für unsere Ausschreibung 2025! Auch in diesem Jahr suchte duvia e. V. engagierte Menschen, die als Teamer*innen bei unseren demokratiebildenden Formaten unseres „DaS Projekts – Demokratiebildung an Schulen“ in Berlin mitwirken möchten.

    142 Menschen, die sich gemeinsam mit uns für Demokratiebildung, Antidiskriminierung, Chancengerechtigkeit und Partizipation einsetzen möchten. 142 Menschen, die Kinder und Jugendliche dabei unterstützen wollen, ihre Rechte kennenzulernen, eigene Perspektiven einzubringen und gesellschaftliche Teilhabe aktiv zu gestalten.

    Vielen Dank an alle Bewerber*innen für das große Interesse und die Bereitschaft, sich gemeinsam mit uns zu engagieren!

    Folge uns außerdem gerne auf Instagram (@duvia.ev), um über unsere Arbeit und kommende Ausschreibungen informiert zu bleiben.

    Demokratiebildung an Berliner Schulen

    Mit unserem „DaS Projekt – Demokratiebildung an Schulen“ setzen wir uns für eine lebensweltorientierte und zielgruppengerechte Demokratiebildung ein. Unsere Bildungsangebote stärken die demokratischen Kompetenzen von Schüler*innen, fördern ihre Mitbestimmung und schaffen Räume für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Vielfalt, Diskriminierung und demokratischem Zusammenleben.

    Unsere Teamer*innen begleiten diese Prozesse und gestalten gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen eine diskriminierungssensible und partizipative Bildungsarbeit.

    Hinweis: Die Bewerbungsphase für unsere Teamer*innen der Demokratiebildung im Rahmen des „DaS Projekts“ ist bereits abgeschlossen. Da wir jährlich neue Teamer*innen suchen, kannst du dich über das untenstehende Formular für die nächste Ausschreibung vormerken lassen. Wir informieren dich, sobald die Bewerbungsphase startet.

    voranmeldung.


  • Bericht zur regionalen Werkstatt der Mutigen in Berlin

    Bericht zur regionalen Werkstatt der Mutigen in Berlin

    Regionale Werkstatt der Mutigen: Demokratie für alle!

    Am Freitag, den 21. Februar 2025, fand im anígo SPACE in Berlin-Kreuzberg unsere Veranstaltung „Demokratie für alle – Wie vielfältige Perspektiven die Zivilgesellschaft stärken“ statt. Trotz des BVG-Streiks kamen zahlreiche engagierte Teilnehmer*innen zusammen, darunter Bundestagskandidat*innen verschiedener Parteien sowie Vertreter*innen der Zivilgesellschaft.

    Menschen aus unterschiedlichen Bereichen, darunter Unternehmertum, Aktivismus sowie Organisationen mit den Schwerpunkten Migration und soziale Gerechtigkeit, brachten ihre Erfahrungen und Perspektiven ein. Gemeinsam diskutierten wir, wie die Bundespolitik zivilgesellschaftliche Initiativen, insbesondere von unterrepräsentierten Gruppen, besser unterstützen kann.

    Ein lebendiger Auftakt

    Schon beim Ankommen war der Tatendrang spürbar. Durch ein interaktives Kartenspiel von duvia kamen die Teilnehmer*innen schnell miteinander ins Gespräch. Auch Personen, die allein zur Veranstaltung kamen, fanden so unkompliziert Anschluss.

    Zum Auftakt betonten wir, wie wichtig die Repräsentation vielfältiger Perspektiven ist, um gesellschaftliche Denkmuster und Barrieren aufzubrechen. Viele von uns kennen aus der eigenen Jugend Gedanken wie: „Politik ist nichts für uns. Unsere Themen sind nicht wichtig genug. Die anderen Engagierten sind nicht so wie wir.“

    Unsere Antwort darauf lautet: „Bildet Banden!“ Mit dieser Haltung wurde auch duvia e. V. im Jahr 2019 gegründet. Seitdem setzen wir uns unter anderem für mehr Chancengerechtigkeit und diversitätssensible Demokratiebildung ein.

    Warum diese Veranstaltung?

    In einer lebendigen Demokratie sollten alle gesellschaftlichen Gruppen die Möglichkeit haben, sich einzubringen und gehört zu werden. Doch gesellschaftliche und politische Repräsentation ist weiterhin ungleich verteilt.

    Mit unserer regionalen „Werkstatt der Mutigen“, die im Rahmen der bundesweiten Initiative von ProjectTogether stattfand, wollten wir einen Raum schaffen, in dem unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und gemeinsam Ideen und Strategien zur Stärkung der Zivilgesellschaft entwickelt werden.

    Ein Zitat von Prof. Dr. Karim Fereidooni brachte einen zentralen Gedanken unserer Veranstaltung zum Ausdruck:

    „Je früher Kinder die Vielfalt unserer Gesellschaft als Normalität kennenlernen, desto kompetenter können sie sich für unsere plurale Demokratie einsetzen.“

    Vielfältige Perspektiven als Stärke der Demokratie

    In der ersten Arbeitsphase reflektierten die Teilnehmenden zunächst individuell drei zentrale Fragen:

    1. Warum sind vielfältige Perspektiven aus der Zivilgesellschaft wichtig für die Demokratie?
    2. Zu welchen Themen sollten diese Perspektiven unbedingt gehört werden?
    3. Welche Perspektiven fehlen auf Bundesebene und welche Folgen hat das?

    Anschließend wurden die gesammelten Gedanken in einer gemeinsamen Dialogrunde diskutiert.

    Warum braucht Demokratie vielfältige Perspektiven?

    Im Austausch wurde deutlich, welche wichtige Funktion eine vielfältige Zivilgesellschaft für unsere Demokratie erfüllt. Sie kann als Korrektiv für Politik und Institutionen wirken, Transparenz fördern und extremistischen Entwicklungen entgegenwirken. Gleichzeitig stärkt sie die Innovationskraft und die Fähigkeit, gesellschaftliche Herausforderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.

    Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt:

    „Vielfalt ist unsere Realität. Die Demokratie verliert sonst ihre Legitimation.“

    Eine Bundestagskandidierende betonte, dass insbesondere Menschen ohne Wahlrecht über zivilgesellschaftliches Engagement Möglichkeiten erhalten müssen, ihre Perspektiven in politische Prozesse einzubringen. Eine weitere Politikerin hob hervor, dass eine Gesellschaft mit weniger Spaltung auch mehr Raum für gute Ideen schafft.

    Bei welchen Themen müssen vielfältige Perspektiven gehört werden?

    Die Teilnehmenden identifizierten zahlreiche gesellschaftliche Bereiche, in denen unterschiedliche Erfahrungen und Lebensrealitäten stärker berücksichtigt werden sollten.

    Dazu gehören insbesondere der Zugang zu digitalen Ressourcen und digitaler Bildung. Auch die wachsende Bedeutung von Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz wurde diskutiert. Eine Stimme aus der Runde brachte die damit verbundenen Unsicherheiten auf den Punkt: „Wir wissen noch nicht, was das mit unserer Gesellschaft macht.“

    Weitere zentrale Themen waren soziale Gerechtigkeit, diversitätssensible Bildungsarbeit, Gesundheit und Pflege einschließlich psychischer Gesundheit sowie Stadtentwicklung und bezahlbarer Wohnraum.

    Im Zusammenhang mit Migration wurde betont, dass diese nicht ausschließlich aus einer sicherheitspolitischen Perspektive betrachtet werden dürfe, sondern als selbstverständlicher Bestandteil unserer Gesellschaft verstanden werden müsse.

    Ein Teilnehmer fasste den Anspruch an politische Beteiligung mit einem bekannten Leitsatz zusammen:

    „Nothing about us, without us.“ – Nichts über uns ohne uns.

    Welche Perspektiven fehlen in der Bundespolitik?

    In der Diskussion wurde deutlich, dass zahlreiche gesellschaftliche Gruppen in politischen Entscheidungsprozessen nicht ausreichend repräsentiert sind.

    Dazu zählen unter anderem Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, Menschen in finanziell prekären Lebenssituationen, Nichtakademiker*innen sowie Menschen mit Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen oder Migrationsgeschichte.

    Die Teilnehmenden diskutierten die Folgen dieser mangelnden Repräsentation. Wenn die Erfahrungen und Bedürfnisse betroffener Menschen nicht ausreichend berücksichtigt werden, kann dies die Qualität, Akzeptanz und Wirksamkeit politischer Entscheidungen beeinträchtigen.

    Von der Diskussion zu konkreten Lösungsansätzen

    In der dritten Arbeitsphase ging es darum, aus den bisherigen Erkenntnissen konkrete Vorschläge und Forderungen zu entwickeln.

    Die Teilnehmenden sammelten unter anderem folgende Ansätze:

    • Unternehmen stärker einbinden: Unternehmen sollen mehr finanzielle Verantwortung für soziale und gemeinwohlorientierte Organisationen übernehmen.
    • Wissen und Erfahrungen austauschen: Reverse Mentoring und der Austausch zwischen jüngeren und älteren Menschen sollen stärker in der Personalentwicklung verankert werden.
    • Gemeinnützigkeitsrecht vereinfachen: Bürokratische Hürden sollen abgebaut werden, um zivilgesellschaftliches Engagement zu erleichtern.
    • Digitale Teilhabe fördern: Digitale Ressourcen, Open Data und transparente Zugänge zu Informationen der öffentlichen Verwaltung sollen ausgebaut werden.
    • Vielfalt in den Medien stärken: Unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven sollen in der Medienlandschaft sichtbarer werden.
    • Förderstrukturen verbessern: Förderverfahren sollen einfacher, flexibler und langfristiger gestaltet werden. Die Zivilgesellschaft soll stärker an ihrer Ausgestaltung beteiligt werden.
    • Politische Repräsentation verbessern: Quotenregelungen sollen diskutiert werden, um bislang unterrepräsentierte Perspektiven stärker einzubeziehen.
    • Politische Transparenz stärken: Eine Begrenzung von Nebeneinkünften politischer Mandatsträger*innen wurde als weiterer Vorschlag eingebracht.

    Demokratiebildung bedeutet, Verantwortung übernehmen zu können

    Eine besonders eindrückliche Anekdote teilte Reina-María Nerlich von duvia.

    In einem Workshop an einer unserer Partnerschulen wurde mit Schüler*innen über ein demokratisches Rotationsprinzip diskutiert. Dahinter steht die Vorstellung, dass alle Menschen früher oder später gesellschaftliche Verantwortung übernehmen könnten.

    Daraufhin meldete sich ein Schüler erstaunt zu Wort:

    „Dann muss ich das ja auch können!“

    Genau darin liegt eine zentrale Herausforderung demokratischer Bildung: Menschen müssen die Möglichkeit erhalten, Wissen, Kompetenzen und Selbstvertrauen zu entwickeln, um Verantwortung übernehmen und gesellschaftliche Prozesse mitgestalten zu können.

    Das gilt für politische Ämter ebenso wie für zivilgesellschaftliches Engagement oder das eigene unmittelbare Lebensumfeld.

    Dafür braucht es Bildungsangebote, die unterschiedliche Lebensrealitäten berücksichtigen und Menschen zur aktiven Beteiligung befähigen.

    Ein bewegender Abschluss und der Wunsch nach mehr Austausch

    Zum Abschluss wurde noch einmal deutlich, welche Bedeutung persönliche Begegnungen und gemeinsame Diskussionsräume haben.

    „Verdammt wichtig, immer weiterzumachen!“, lautete eine der Rückmeldungen aus der Runde.

    Eine Bundestagskandidierende formulierte als konkreten nächsten Schritt, künftig aktiv auf Menschen zuzugehen, die bisher kaum Zugang zu politischen Entscheidungsträger*innen haben.

    Gleichzeitig wurden auch Sorgen mit Blick auf die politische Zukunft geäußert:

    „Führen wir nach der Wahl nur noch Abwehrkämpfe? Wie viel können wir gestalten?“

    Eine wichtige Antwort darauf war die gemeinsame Überzeugung, sich stärker zu vernetzen, bestehende Kontakte auszubauen und selbst aktiv zu werden.

    Besonders erfreulich war der Wunsch der beteiligten Bundestagskandidat*innen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, auch über die Veranstaltung hinaus im Gespräch zu bleiben.

    Nicht erst in einem Jahr wieder zusammenkommen, sondern kontinuierlich im Austausch bleiben.

    Mit dieser Energie endete eine inspirierende Veranstaltung, die Mut machte und zeigte: Demokratie lebt von Beteiligung. Je mehr unterschiedliche Perspektiven sie einbezieht, desto stärker kann sie werden.

    Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmer*innen, die unsere regionale Werkstatt der Mutigen mitgestaltet haben!

    Eine abschließende Rückmeldung fasst den Wert dieses gemeinsamen Austauschs besonders treffend zusammen:

    „Das Zusammenkommen vor Ort hat gutgetan. Es braucht gerade jetzt Orte, wo man sich physisch begegnen und produktiv arbeiten kann.“

  • Regionale Werkstatt der Mutigen: Demokratie für alle – Wie vielfältige Perspektiven die Zivilgesellschaft stärken

    Regionale Werkstatt der Mutigen: Demokratie für alle – Wie vielfältige Perspektiven die Zivilgesellschaft stärken

    Im Rahmen der „Werkstatt der Mutigen“, organisiert von ProjectTogether, bringen wir mit unserer regionalen Werkstatt „Demokratie für alle – Wie vielfältige Perspektiven die Zivilgesellschaft stärken“ unterschiedliche Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft mit Bundestagskandidierenden zusammen.

    Unser Ziel ist es, gemeinsam zu diskutieren und konkrete Ideen zu entwickeln, wie die Bundespolitik zivilgesellschaftliche Initiativen, insbesondere von unterrepräsentierten Gruppen, besser unterstützen und stärken kann.

    Was ist die „Werkstatt der Mutigen“?

    Die „Werkstatt der Mutigen“ ist eine Initiative, die aus dem Bündnis „Vereint für Demokratie“ hervorgegangen ist. Sie bringt regionale Gestalter*innen und Bundestagskandidierende aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam an parteiübergreifenden Lösungsansätzen zu arbeiten.

    Im Mittelpunkt stehen Ideen und Ansätze, die sich bereits auf lokaler Ebene bewährt haben und Impulse für die Bundespolitik geben können. Nach der Auftaktveranstaltung am 29. Januar 2025 in Berlin finden bundesweit regionale Werkstätten statt, in denen diese Ansätze vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt werden.

    Weitere Informationen finden sich unter werkstatt-der-mutigen.org.

    Demokratie für alle – Vielfalt und Teilhabe stärken

    Eine lebendige und widerstandsfähige Demokratie braucht die Perspektiven und die Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen. Doch nicht alle Menschen und Communities sind gleichermaßen in politischen Entscheidungsprozessen vertreten.

    Mit unserer regionalen Werkstatt möchten wir einen Raum schaffen, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und gemeinsam Ideen und Strategien entwickelt werden.

    Dabei beschäftigen wir uns insbesondere mit der Frage, wie zivilgesellschaftliche Initiativen gestärkt, strukturelle Hürden abgebaut und unterrepräsentierte Gruppen besser in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden können.

    Unser Anliegen ist es, die Vielfalt der Zivilgesellschaft sichtbar zu machen, ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten zu stärken und damit zu einer inklusiven und demokratischen Migrationsgesellschaft beizutragen.

    Wann und wo findet die Veranstaltung statt?

    Freitag, 21. Februar 2025

    Ort: anígo SPACE, Berlin-Kreuzberg

    Die Veranstaltung ist als interaktiver Workshop konzipiert. Um einen intensiven Austausch zu ermöglichen, ist die Anzahl der Teilnehmenden begrenzt.

    Hinweis zur Barrierefreiheit: Die Veranstaltungsräume sind aufgrund der baulichen Gegebenheiten der Sanitäranlagen leider nicht vollständig barrierefrei.

    Du möchtest dabei sein?

    Du engagierst dich in der Zivilgesellschaft und möchtest gemeinsam mit anderen Akteur*innen und Bundestagskandidierenden darüber diskutieren, wie eine inklusivere, gerechtere und vielfältigere Gesellschaft gefördert werden kann?

    Dann melde dich bis zum 17. Februar 2025 über das untenstehende Formular an!

    Wir möchten möglichst unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen zusammenbringen. Besonders freuen wir uns über das Interesse von Menschen aus gesellschaftlich unterrepräsentierten Gruppen.

    Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, behalten wir uns vor, bei einer größeren Zahl an Anmeldungen eine Auswahl zu treffen. Dabei achten wir insbesondere auf eine vielfältige Zusammensetzung der Teilnehmenden.

    Bis zum 19. Februar 2025 erhältst du von uns eine Rückmeldung, ob du teilnehmen kannst.

    Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch und die gemeinsame Entwicklung neuer Perspektiven für eine starke und vielfältige Zivilgesellschaft!

    Herzliche Grüße
    Das duvia-Organisationsteam
    Isabell Theodoridou, Mary Ivić, Reina-María Nerlich und Stipo Zeba

    Hinweis: Die Veranstaltung „Demokratie für alle – Wie vielfältige Perspektiven die Zivilgesellschaft stärken“ hat bereits stattgefunden. Eine Anmeldung ist daher nicht mehr möglich. Der Beitrag bleibt zu Informationszwecken weiterhin verfügbar.

  • Fortbildung für Lehrkräfte und pädagogisches Personal an Berliner Schulen

    Fortbildung für Lehrkräfte und pädagogisches Personal an Berliner Schulen

    Neue Termine: Unsere Online-Fortbildung „Diskriminierungssensible Demokratiebildung im Schulalltag“ wird im Dezember 2024 an zwei Terminen angeboten:

    • Donnerstag, 12.12.2024, 17:00 bis 19:00 Uhr (ausgebucht)
    • Freitag, 13.12.2024, 10:00 bis 12:00 Uhr

    Aufgrund der großen Nachfrage sind für den ersten Termin leider keine weiteren Anmeldungen möglich.

    Themenschwerpunkte der Fortbildung

    Die interaktive Veranstaltung verbindet theoretische Grundlagen mit praxisorientierten Impulsen und konkreten Methoden für den Schulalltag.

    • Theoretischer Einstieg: Was umfasst Demokratiebildung und warum ist es wichtig, sie diskriminierungssensibel zu gestalten?
    • Praxisbezogene Impulse: Wie lassen sich diskriminierungssensible Ansätze stärker in den Schulalltag und den eigenen Fachunterricht integrieren?
    • Materialien und Methoden: Vorstellung der Methodenschablonen und Unterrichtsmaterialien aus unserem Impulsheft, das gemeinsam mit Lehrer*innen entwickelt wurde.

    Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, die vorgestellten Ansätze zu diskutieren, eigene Erfahrungen einzubringen und Anregungen für ihre pädagogische Praxis mitzunehmen.

    Alle Teilnehmenden erhalten eine Fortbildungsbescheinigung!

    Hinweis: Diese Fortbildung hat bereits stattgefunden. Da wir sie jährlich anbieten, können Sie sich über das untenstehende Formular für den nächsten Termin vormerken lassen. Wir informieren Sie, sobald die neue Anmeldung möglich ist.

    voranmeldung.